Bitcoin – Unsicherheiten: Kursrückgang und Hardfork

Bitcoin

Heute geht nicht um ein Online-Programm sondern um den Bitcoin und die Gründe würde die extremen aktuellen Schwankungen. Die Crypto-Währungsfreaks, so möchte ich einmal diejenigen nennen, die sich permanent mit vielen digitalen Währungen beschäftigen, haben aktuell keine klare kurzfristige Kursvorstellung. Die Handelsexperten wissen also nicht so Recht, ob sie auf steigende oder fallenden Kurse setzen sollen und wechseln daher in andere Cryptowährungen wie Ether (letzte Woche um über 100 % gestiegen) oder Altcoin, die diese Woche nach oben gingen.

Warum also die Verunsicherung? Der Bitcoin-ETF- Antrag, der ja auch in den Mainstream-Medien Erwähnung gefunden hat, spielt hier nämlich eigentlich keine Rolle. Das grundsätzliche technische Problem beim Bitcoin ist nämlich das Entscheidende, denn in letzter Zeit stoßen die Blockgrößen häufigen an die technische Grenze von 1 MB – wir merken das dann daran, dass „die Blockchain langsam ist“ und Bestätigungen sehr lange dauern und die Gebühren ansteigen. Diese sind natürlich absolut gesehen immer noch sehr gering, aber prozentual steigen sie sehr stark an.

Dieses Problem ist natürlich nicht neu, denn das weiß man ja seit 2009. Bisher war es aber eher ein latentes aber kein akutes Problem. Nun wird es zunehmend akut und somit muss es bald eine Veränderung der technischen Struktur der Bitcoin-Blockchain geben – oder konkret 1 MB reicht einfach nicht mehr aus.

Es gibt seit längerer Zeit drei verschiedene grundsätzliche Lösungsideen. Die dahinterstehenden Teams haben allerdings in der Vergangenheit nur Ihre Ideen weiterentwickelt und getestet aber nicht versucht, mit den anderen „Lagern“ einen Kompromiss zu finden. Eine der drei Varianten (nämlich die Anhebung der Blockgrößen auf 8 MB) ist wegen mangelnder Akzeptanz praktisch aus dem Rennen, so dass nur zwei gegensätzliche Lösungsansätze um die Mehrheit buhlen:

  1. Segwit / Bitcoin – Core
    Hier sind die Open-Source-Software-Entwickler und die meisten Bitcoin/Cryptocoin-Börsen (zum Mindesten nach außen) vertreten. Die Lösung von Segregated Witness sieht die langsame, stetige Weiterentwicklung vor. Die Entwicklungsteams haben zum Teil sehr viel Geld in diverse Test stecken können, haben aber nur Lösungsansätze für das Hauptproblem (???) der Bitcoins, nämlich die große Akzeptanz und damit einhergehende Steigerung der Transaktionen. Zwar soll auch hier die Blockgröße erweitert werden, aber die Auslagerung von bestimmten Funktionen aus der Blockchain würde auch die Transparenz reduzieren. Die Sicherheit der Vermögenslagerung in Bitcoins ist der Hauptansatz und die gestiegenen Transaktionskosten werden nicht als Problem sondern als Bereitschaft des Marktes, auch einen höheren Preis zu bezahlen, wahrgenommen. Die zum Teil herausragenden Programmierer haben bewusst den „Gegner Bitcoin Unlimited“ gehackt um mögliche Schwachstellen aufzudecken. Dazu gehören Gefahren eines sogenannten „Replayangriffes“ bei dem die gleiche Transaktion immer wieder ins Netzwerk gestellt wird.
  2. Bitcoin Unlimited
    Der Fraktion um den Bitcoin Guru Roger Ver, der selbst mehr als 300.000 Bitcoins, also rund 3 Mrd Dollar in Bitcoins!!, besitzt, geht es in erster Linie um geringe Transaktionskosten und eine schnelle Ausführung dieser Transaktionen. Sie sehen die Gefahr, dass Bitcoin sonst an Akzeptanz verliert und Crypto-Fan auf kostengünstige bzw. kostenlose Dash, litecoin oder dogecoin ausweichen. Vor allem für die vielen Mikrotransaktionen käme dann das Ende. Daher will man die Blockgröße sofort auf 2 MB verdoppeln und es den Minern überlassen, diese unbegrenzt zu erweitern wenn das Transaktionsaufkommen es erfordert. Mit variablen Blockgrößen können die Transaktionen dann von heute auf morgen beschleunigt und die Kosten wieder gesenkt werden.

 

Bei Ansätze haben also durchaus gute und wichtige Punkte auf ihrer jeweiligen Seite.

 

Das Hauptproblem dabei ist, das jede Seite nur ihre wichtigste Motivation sieht und dafür in der Bitcoinanwendergemeinschaft nach Mehrheiten sucht.

Die Diskussion wird aktuell mit harten Bandagen geführt und insbesondere eine

 

Hardfork

wird immer als Droh-Szenario aufgebaut und naturgemäß von den Banken gesteuerten Mainstream-Medien als das Ende des Bitcoins verbreitet.

Schauen wir uns also einmal an, was eine Hardfork denn eigentlich ist: Die Blockchain, die seit 2009 alle Transaktionen im Bitcoin beinhaltet und durch diverse dezentrale Bestätigungen Transaktionen nachvollziehbar macht, wird bei einer Hardfork – also Gabelung – in zwei unterschiedliche Richtungen weitergeführt. Da die Historie aber die Gleiche ist, starten beide neuen Bitcoin-Abspaltungen mit den aktuell vorhandenen rund 16,2 Millionen Bitcoins. Wenn wir nun annehmen, dass die Core-Gruppe das Symbol BTC behalten würde (was keinesfalls sicher ist) und die Unlimited-Gruppe nun das Kürzel BTU bekäme, hätten Sie am Tag der Hardfork statt beispielsweise 10 Bitcoins nun 10 BTC-Bitcoins und 10 BTU-Bitcoins. In beiden neuen Währungen würden die Transaktionen nun einfach weitergehen.

Zunächst ist dabei nur wichtig, dass Ihr Wallet beide neuen Bitcoins unterstützt ( Trezor und Ledger als Hersteller von Offline-Speichern haben dies beide schon bestätigt) – einzelne Handelsplätze (wie Coinbase) möchten aktuell die Entscheidung zu Gunsten von Segwit beeinflussen und haben sich eher nebulös ausgedrückt. Tatsächlich werden die Handelsplätze aber gar nicht umhin kommen eine 16,3 Mio. Digitalwährung mit Milliarden-Marktkapitalisierung nicht zu ignorieren…

Natürlich haben solche massiven Veränderungen immer technische Risiken, da man bei Verfahrensumstellungen immer mit Fehlern rechnen muss. Im Falle einer solchen Hardfork sollte man also möglichst in den ersten Stunden und Tagen keine größeren Transfers abwickeln.

Sie sehen aber: bei einer Hardfork geht die Welt nicht unter!

 

Kursrückgang

Gerade durch die Medienpräsenz kommt natürlich vor allem bei unerfahrenen Investoren und Anfängern in Alternativwährungen Unsicherheit auf – was natürlich von der Bankenlobby sofort aufgegriffen und mit Sprüchen wie „Die größte Blase des 21.Jahrhunderts platzt bald“ kommentiert wird. Das sind übrigens die gleichen „Experten“, die den Börsencrash nach der Trump-Wahl vorhergesagt haben…

 

Diese Unsicherheit ist ein Grund für den aktuellen Preisrückgang des Bitcoins. Es gibt aber auch andere: z.B. die technische Chartanalyse, danach hat der Bitcoin den steilen Aufwärtstrend innerhalb des Aufwärtskanals verlassen und testet nun die untere Begrenzung des steigenden Trendkanals. Daher kann es auch noch bis 850 oder kurzfristig sogar bis 780/750 Dollar heruntergehen.

Wir glauben allerdings, dass es immer sehr schwer ist, solche Tiefpunkte zu erwischen und kaufen in einer solchen Korrekturbewegung ständig nach. Wenn im nächsten Jahr der Bitcoin bei 2000 steht, ist es nicht so wichtig, ob Sie bei 950 oder 800 gekauft haben – wichtig ist, dass Sie gekauft haben!

 

 

Währung kein Spekulationsspielzeug

Was macht den Bitcoin denn tatsächlich aus? Es ist ein alternativer Vermögensspeicher, der von einer erwarteten Bankenkrise nicht betroffen wird. Er ist leicht transportierbar (als Offline-Stick) oder überall online verfügbar und nur sehr begrenzt vermehrbar. Selbst bei einer Hardfork gäbe es maximal 2×21 Millionen Bitcoins. Er ist daher inflationssicher wie Gold und Silber aber nicht staatlich kontrollierbar. Der Preis des Bitcoins ist im Gegensatz zum durch Derivate beeinflussten Edelmetallmarkt auch nicht manipulierbar.

Er wird mittlerweile von vielen Händlern weltweit akzeptiert und ist damit zu einer wirklichen alternativen Währung geworden.

Aus diesem Grunde sind auch die kleinen Transaktionen sehr wichtig. Es ist nicht nur die Idee nach einem Bankencrash überall seinen Einkauf oder Restaurantbesuch damit bezahlen zu können (das ist ja heute auch schon zum Teil möglich) sondern auch die Chance, sich der Bevormundung durch totalitäre Regime zu entziehen und somit in Dritt-Welt-Ländern ein wichtiger Punkt. Etwas Ähnliches wie Goldverbote kann es beim Bitcoin nicht geben. Hier kommt aber der entscheidende Punkt für uns im deutschlandteam unsere Präferenz dem Bitcoin Unlimited-„Lager“ zuzuschreiben: Bitcoin kann nur alternative Währung für alle sein, wenn auch weiterhin Mikro-Transaktionen kostengünstig möglich sind. Gerade wenn Sie mit Ihrem Mobil-Wallet bei Starbucks Ihren Kaffee bezahlen, sind 2,50 Transaktionskosten nicht akzeptabel.

Die Miner kassieren aktuell rund 350.000 Dollar Gebühren am Tag also mehr als 10 Millionen im Monat – im Oktober letzten Jahres waren es nur 50.000 …

 

Die beste Lösung für den Bitcoin wäre natürlich, wenn sich beide Seiten auf eine Lösung einigen würden, die die sofortige Erweiterung von Bitcoin Unlimited übernehmen und dann die Weiterentwicklung von Segwit einbauen würden.

Da dies aber vermutlich an zu großen Egos scheitern kann, sollten wir und auf eine Hardfork einstellen.

 

Folgen / Ausblick

Was passiert dann? Wir haben die gleiche Anzahl von beiden Bitcoins. Der Preis wird sich also pro Coin vermutlich halbieren, so dass der Gesamtwert unverändert ist. Bei unserem obigen 10 Bitcoin Beispiel und einem Kurs von 1000 – hätten wir nach dem Hardfork 10 BTC zu 500 und 10 BTU zu 500 – zusammen bleiben es 10000 Dollar.

Dann können wir erst abwarten was passiert und danach reagieren. Nach meiner Prognose werden die großen Player im Markt Ihre BTC verkaufen und statt dessen BTU kaufen. Da dies vorhersehbar ist, können die Softwareentwickler Ihre BTU-Bitcoins nicht verkaufen um keinen Verlust zu erzielen. Dadurch wird der Preis der BTU-Bitcoins steigen. Diese Prognose geht noch davon aus, dass das Bankensystem zu diesem Zeitpunkt stabil ist. Anderenfalls werden sich aus technischen Gründen (Anzahl möglicher Transaktionen) fast alle sofort dem BTU-Bitcoin anschließen.

 

Was immer aber genau passieren wird, die Gemeinschaft der Bitcoin-Besitzer wird weiterhin wachsen, die Akzeptanz im Handel wächst von Tag zu Tag – aber die Bitcoinanzahl kann nicht einfach verzehnfacht oder verhundertfacht werden wie es unsere Banken mit dem Euro/Dollar machen (Stichwort: Giralgeldschöpfung).

Angebot und Nachfrage werden also dafür sorgen, dass der Bitcoinpreis steigen muss. Hier gibt es keine Alternative zu den Markgesetzen: gleichbleibendes Angebot und steigende Nachfrage kann nur steigende Preise bedeuten.

 

Resümee

Hardfork oder keine Hardfork ist hier nicht die Frage, denn die Auswirkungen sind zunächst neutral.

Die wirkliche Frage ist, ob Sie Bitcoin haben oder nicht.

Unser Banken- und Zentralbankensystem ist zum Mindesten anfällig, Euro/Dollar unterliegen ständigem Wertverfall, Gold- und Silberpreise werden manipuliert und staatlich kontrolliert, Bankenlobby und Staat suchen immer mehr Regulierungsmacht (kommendes Bargeldverbot bzw. -begrenzung) – dem können Sie sich nur mit Bitcoins entziehen.

Was passiert, wenn Sie am Geldautomaten oder an der Kasse stehen und die Anzeige zeigt nur noch Nullen an oder ist ganz verloschen?

Nehmen Sie Ihr Geld in Ihre eigenen Hände!

Heutzutage können Sie über Bitcoins sogar andere Währungen oder Wechselkurse absichern (z.B. bei Uphold).

Und wann sollte man Bitcoins kaufen? Wenn Sie Tag für Tag steigen? Oder eher, wenn Sie im Aufwärtstrend konsolidieren und mehr als 30 Prozent unter ihrem Hoch und in der Nähe der Charttechnischen 200-Tage-Linie liegen?

Wir kaufen jetzt und nutzen dann die Bitcoin-Programme wie Gladiacoin um unsere Bitcoins zu verdoppeln, oder setzen auf Optioment, MyPayingCryptoads und andere.

So kaufen wir günstig und profitieren doppelt – nein dreifach, denn wir machen uns ja auch noch unabhängig von Banken.

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